Traditionelle Chinesische Medizin - TCM

Unter dieser Bezeichnung versteht man jene Heilkunde, deren Wurzeln auf Huang Di (ca. 2698-2598 v.Chr.) zurückgehen, im „Huang Di Nei Jing“ dokumentiert ist und nach wie vor die Grundlage der chinesischen Medizin bildet. Sie ist heute jene traditionelle Medizin mit dem größten Verbreitungsraum.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird nicht "repariert", vielmehr werden die Selbstheilungskräfte gestärkt und aktiviert.

In Europa reicht die älteste Beschäftigung mit der TCM ins 17. Jahrhundert zurück, seit 1950 fand die TCM auch in den westlichen Kulturkreisen zunehmende Beachtung. Ab etwa 1970 begann die rasante Ausbreitung der Traditionellen Chinesischen Medizin in Nordamerika und Europa.

Die Traditionelle Chinesische Medizin ist ein eigenständiges medizinisches System, das nicht den Anspruch erhebt die Schulmedizin zu ersetzen, sie jedoch auf hervorragende Weise zu ergänzen. Es werden Körper, Seele und Umwelt nicht voneinander getrennt betrachtet, sondern als individuelle Einheit erfasst. Sie will nicht einfach nur reparieren, das heißt Krankheitssymptome unterdrücken, sondern vielmehr die Selbstheilungskräfte des Organismus stärken und aktivieren. Körperliche und geistige Vitalität sollen erhalten bzw. gestärkt werden, das natürliche Immunsystem des Menschen stimuliert und damit dem Körper langfristige Erholung, Entspannung und optimales Wohlbefinden sichern!

Die TCM wird aber auch in der Tierheilkunde erfolgreich eingesetzt. (Bei Erkrankungen des Bewegungsapparats, Hauterkrankungen, Schmerzen, chronische Nierenerkrankungen oder zur Stärkung des Immunsystems, um nur einige Anwendungsbereiche aufzulisten.) Auch in der Veterinärmedizin wird häufig die Schulmedizin mit der TCM in Kombination eingesetzt.

Die TCM geht auf die 5-Elemente-Lehre zurück, die sich mit dem Ausgleich zwischen Holz, Feuer, Erde, Wasser und Metall auseinandersetzt. Des Weiteren befassen sich alle Therapien dieser asiatischen Naturheilkunde mit der Harmonie zwischen dem weiblichen Jin und dem männlichen Jang als auch mit der Kultivierung des Qi (= Lebensenergie). In der TCM wird der Patient mit seiner Erkrankung behandelt. (Unterschied: Behandlung einer Erkrankung!) Der Körper wird als ein gesamtes, sensibles Gleichgewicht betrachtet, der von einem energetischen Netzwerk aus 12 Kanälen überzogen ist, die als Meridiane bezeichnet werden.


Die 5 Säulen der TCM

Zu den Grundlagen der chinesischen Naturheilkunde zählen verschiedene Therapien, die auch als die 5 Säulen der Chinesischen Medizin bezeichnet werden:

I. Akupunktur und Moxibustion
II. Tuina (Massagen)
III. Ernährungslehre
IV. Bewegungslehre
V. Arzneitherapie

 

I. Akupunktur und Moxibustion

Die wohl bekannteste Behandlungsform der TCM ist die Akupunktur. (So soll schon der chinesische Kaiser Fu Xi vor rund 5000 Jahren die Akupunktur eingeführt haben.) Das Wort leitet sich vom lateinischen Wort für Nadel = acus und punctio = stechen ab. In China bezeichnet man dieses Verfahren als zhen bian. Diese Behandlung geht vom menschlichen Qi - unserer Lebensenergie – aus, die auf definierten Längsbahnen, den Meridianen, zirkuliert und somit Einfluss auf alle Körperfunktionen nehmen kann.

Eine Erkrankung wird somit auf einen gestörten Energiefluss zurückgeführt. Durch gezielte Nadelstiche in die Akupunkturpunkte auf den Meridianen soll nun ein Energieausgleich erzeugt werden. Akupunktur ist eine weltweit anerkannte und angewandte medizinische Therapiemethode.

Moxibustion

Bei dieser Sonderform der Akupunktur wird mittels glühender Moxastangen (hergestellt aus artemisia agryi – eine Beifußart) - die in die Nähe der Akupunkturpunkte gehalten, oder auch am oberen Ende der Akupunkturnadeln aufgesetzt werden - Wärme zugeführt!

 

II. Tuina (Massagen)

Auch diese spezielle chinesische Massageform ist darauf ausgerichtet, das Qi und den Blutkreislauf zu regulieren und somit Körper und Seele in Einklang zu bringen.

Tuina (tui=drücken, na=greifen), welche darauf ausgerichtet ist die Energieblockaden zu lösen und den Energiefluss zu fördern. Bei dieser Behandlungsform werden die Akupunkturpunkte mittels spezieller Grifftechniken behandelt. So sollen durch Kneten, Greifen, Klopfen etc. Energieblockaden gelöst werden. Mögliche Anwendungsgebiete sind daher u.a. Gelenkserkrankungen, Hexenschuss, Muskelverspannungen aber auch Schlaflosigkeit!

 

III. Ernährungslehre (Diätik)

Diese beschäftigt sich mit der Ernährung und deren Auswirkungen auf Körper und Seele. Der Einsatz von bestimmten Lebensmitteln als Therapiebegleitung und zur Vorbeugung von Beschwerden ist eine einfache und effiziente Form von Selbsttherapie. Hinter dieser besonderen Ernährungsform steht eine ganz besondere Ideologie. Jeder Mensch hat, ebenso wie jedes Nahrungsmittel, ein bestimmtes Temperament. Passen diese nicht zueinander, kann auch ein sogenanntes „gesundes“ Nahrungsmittel zu Unverträglichkeiten und dementsprechenden Problemen führen. Ebenso können Lebensmittel auch die Körperenergie steigern oder senken.

 

IV. Bewegungsübungen: Qi-Gong

Die Wurzeln des Qi-Gong liegen in geistig-körperlichen Übungen, wobei Atem- und Bewegungsübungen der Regulation des Energieflusses dienen sollen. Qi-Gong ist eine wirkungsvolle Therapiemethode und für fast alle Menschen jeder Altersstufe erlern- und praktizierbar. Mit gezielten Körperübungen, die aus sanften Bewegungen, harmonischer Atmung und geistiger Konzentration zusammengesetzt sind, werden die inneren Kräfte gereinigt und gestärkt, Qi-Gong kann somit zu einem energiereichen und gesunden Geist-und Körpergefühl beitragen!

Qi Gong ist eine Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zur Kultivierung von Körper und Geist, deren Übungen den Qi-Fluss im Körper regulieren und harmonisieren sollen. Dadurch werden Selbstheilungskräfte aktiviert und die Gesundheit gefestigt. Die Übungen können individuell ausgewählt und angepasst werden.

 

V. Arzneitherapie (Kräutermedizin, Phytotherapie)

Mit rund 80% Anteil nimmt die Arzneitherapie in der TCM den größten und wichtigsten Part ein. Sie bedient sich vor allem Heilpflanzen und deren Bestandteile (Wurzeln, Rinden, Blätter, Stängel, Blüten etc.) Seltener kommen Mineralien und ganz selten tierische Bestandteile zum Einsatz (z.B. Muschelschalen). Dieses über Jahrtausende gesammelte Wissen über Heilkräuter, Wurzeln und deren Inhaltsstoffe will in keiner Konkurrenz zur klassischen Schulmedizin stehen, sondern diese vielmehr ergänzen und dort eingreifen, wo die westliche Medizin etwaige Lücken aufweist. Hierbei ist wichtig, dass ausschließlich reine Naturprodukte verwendet werden. In der chinesischen Heilkunde sind über 7000! (Quelle: „Das ABC der komplementären Maßnahmen“, Österreichische Krebshilfe, Ausgabe 05/10) verschiedene Natursubstanzen bekannt. Diese, nach strengsten Kriterien hergestellten Rezepturen, können in Form von Tees, Flüssigkeiten, Pulvern, Granulaten oder Kapseln verabreicht werden. (Anmerkung: Unsere Produkte garantieren Identität, Qualität und Reinheit. Selbstverständlich durchlaufen sie regelmäßig Qualitätsprüfungen. Ebenso hält sich unser Unternehmen striktest an das Washingtoner Artenabkommen. Entsprechend diesem importieren wir keinerlei Tiere oder Tierbestandteile!) Eine der wichtigsten und am besten erforschten Heilkräuter in der TCM ist z.B. die Ginsengwurzel. Diese dient der Stärkung des Organismus und kann somit, wie die meisten TCM Präparate, sowohl zur Erhaltung des Wohlbefindens und zur Vorbeugung von Krankheiten, als auch zur Behandlung von akuten und/oder chronischen Beschwerden eingesetzt werden.

Die Bedeutung der TCM hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Rund 70 % der Österreicher verlangen nach einer Ergänzung der Schulmedizin. Mit 80 % ist die Akzeptanz der TCM besonders hoch. Die TCM ist eine wissenschaftlich evaluierbare Form der Medizin, so können auch alle seriösen Forschungsarbeiten auf der Basis von naturwissenschaftlicher Methoden durchgeführt werden (Bereits im März 2007 wurde an der Universität Graz ein Forschungszentrum für Traditionelle Chinesische Medizin gegründet, http://tcm-graz.at).


Die Stärke der TCM liegt sicher primär darin, dass sie ihr Augenmerk NIE auf nur ein „einzelnes“ Symptom richtet, sondern immer auf den gesamten Menschen und dessen Organismus, der in einem steten Gleichgewicht gehalten werden soll.